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Messhelikopter

Die Geschichte des IAG Modell-Messhelikoters beginnt mit Andreas Fischer und dessen Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut. Während dieser Zeit baute er einen Mikado Logo 30 Hubschrauber als Messplattform aus, um Messdaten bezüglich der Aeroelastizität zu sammeln.
Um aussagekräftige Daten zu erhalten, wechelte er den Rotorkopf aus und verbaute einen rigiden Rotorkopf. Die Rotorblätter wurden mit Dehnungsmessstreifen (DMS) versehen, um die elastische Verformung zu bestimmen. Die Starrkörperdrehungen wurden mittel Schwenkwinkel-, Anstellwinkel- und Schlagwinkelsensoren erfasst. Der Datentransfer von drehendem Rotorkopf in das feste System des Helikopterrumpfes erfolgt mittels einer Infrarot Schnittstelle. Weitere Sensorik wurde verbaut, um Fluglage, Geschwindigkeit und Motorleistung zu erfassen. Aufwendige Schaltungen und Sensorentwürfe wurden realisiert, da die Sensorik zu diesem Zeitpunkt noch nicht in der notwendigen Baugröße standardmäßig vorhanden war. Diese umfangreichen Arbeiten mündeten in Messflüge. Nach der Promotion von Andreas Fischer wurde der Messheli nicht mehr verwendet, da sich die Forschungsarbeit der kleinen Hubschrauber Gruppe auf die Weiterentwicklung der numerischen Methoden konzentrierte.
Die Möglichkeit auf vergleichbar günstige Weise Messdaten zu sammeln, führte dazu, dass im Herbst 2010 der IAG Modell-Messhelikopter wieder in den Fokus geriet. Da die Hubschraubergruppe stark angewachsen ist, und der Fokus von der Toolentwicklung auf eine Anwendung der Rechencodes schwenkt, verspricht man sich wertvolle Daten zur Validierung der Computer Berechnungen.
Um nach einigen Jahren Stillstand wieder fliegen zu können, musste der vorhandene Hubschrauber jedoch umfangreich überarbeitet werden. Hierzu wurde ein neuer Motor, neue Akkus, ein neuer Regler und ein neuer Servo verbaut. Zudem wurde die Fernsteueranlage auf den modernen 2,4GHz Standard gebracht und weitere kleinere Verbesserungen eingeführt. Es steht nun nach einigen Jahren Schattendasein wieder ein flugfähiger Modell-Messhelikopter zur Verfügung.
Im nächsten Schritt wird zunächst die vorhandene Messelektronik wieder in einen einsatzbereiten Zustand versetzt, während gleichzeitig eine moderne Erweiterung der Messelektronik aufgebaut wird. Es sollen Bauteile integriert werden mit denen eine Rekonstruktion der Flugtrajektorie möglich sein soll (GPS Sensor, Ultraschall Höhenmesser, 9DOF-Sensor).
Ziel ist einen Messhelikopter in den Einsatz zu bringen, der belastbare Daten generiert um die, unter anderem am IAG erarbeiteten, Berechnungswerkzeuge für neue Anwendungen zu validieren.
Um dem Ganzen einen Namen zu geben wurde nun noch ein aus der grichischen Mythologie stammendes Akronym gefunden "DAEDALUS" (Device for Aeromechanic Experimental Data Acquisition from HeLicopters at the University of Stuttgart).

IAG Messhelikopter vor der 'Neuentdeckung' IAG Messhelikopter beim ersten Rotortestlauf nach dem Umbau 2. Testflug zum 'Kennenlernen des Flugverhaltens'